Konzerttermine

Philleicht Jazz?!

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Philleicht Jazz?! wurde 2018 und 2019 durch die  Bundesrepublik Deutschland für sein herausragendes Livemusikprogramm ausgezeichnet.

Aufgrund der aktuellen Situation können wir, zu unserem Bedauern,  leider nur einen 2G Einlass anbieten.

Dies heißt, nur Geimpfte oder Genesene können unsere Konzerte besuchen.

Wir sind zu klein und zu gemütlich so dass wir das Abstandhalten  beim besten Willen nicht umsetzen können.


Philleicht Jazz !? präsentiert Philip Zoubek Trio 25.09.2021



Philip Zoubek - Piano
David Helm - Bass
Dominik Mahnig - Drums
Philip Zoubek hat sich innerhalb des zeitgenössischen europäischen Jazz mit seinem Spiel am präparierten Flügel ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Für seine damit entwickelte neue und höchst differenzierte Klangsprache bilden nicht nur Referenzgrößen aus der Jazzgeschichte ein Hintergrundflimmern, sondern auch Vertreter der zeitgenössischen Neuen Musik. Zoubek ist ein unkonventioneller Pianist, der sich seit gut vier Jahren der wohl konventionellsten Jazzformation widmet: dem Pianotrio. Mit Kontrabassist David Helm und Schlagzeuger Dominik Mahnig gewinnt er dem immer neue Seiten ab und hat 2018 „Outside“ veröffentlicht. Ein Kritiker kürte es zu seinem Album des Jahres, ein anderer sprach vom besten Klaviertrio seit langer Zeit. Das Trio erwies sich als ideales Format für diese drei Musiker, die mit großer Abenteuerlust und in intensiven Arbeitsprozessen in einem kollektiven Prozess ihre gemeinsame Sprache immer weiter verfeinern. Dabei schöpft es aus einem großen Fundus, den es in dichter Interaktivität umdeutet und in einen nahtlos ineinander übergehenden Fluss aus Komposition und Improvisation münden lässt.

Saison Corona 2021

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Album-Release "TOIVO" (BERTHOLD Records, 2021) - CD, LP, digital

Einlass 19 Uhr Beginn 20Uhr Eintritt 25 €
Nordischer Jazz

KAMA Kollektiv ist die Band um die junge finnische Sängerin und Trompetistin Kirsi-Marja "Kiki" Harju. 'Kama' ist Finnisch für 'Sachen' oder 'Kleinigkeiten', und es bringt zum Ausdruck, worum es in der Musik der Band geht: die kleinen Dinge im Leben, die so leicht zu übersehen sind.

Bandleaderin Kiki erzählt Geschichten - teils in Finnisch, teils in Englisch - von Liebe und Verwandlung, Wäldern und Tieren, kleinen Freuden des Alltags. Immer wieder kommt ihre romantische und mystifizierende Sicht auf die Natur durch in den bunten musikalischen Stücken.

Die Musik ist geprägt von melancholischer nordischer Atmosphäre und Landschaft, Volksmusik und Indie-Pop, bis hin zu Jazz-Größen à la Mathias Eick. In den Liedern der Band werden die lyrischen Trompetenmelodien eins mit dem stimmungsvollen und schlagkräftigen Gesang. Die Musik reicht von groovig und schräg bis melancholisch und verträumt, und in den Songs geht es immer wieder um die Verwirrungen und Unsicherheiten der Welt in der wir leben.

Letztlich müssen wir uns immer wieder erinnern: auch wenn es manchmal aussichtslos scheint - es gibt immer noch Hoffnung.

Mit ihrem zweiten Album „TOIVO“ schließt das KAMA Kollektiv mühelos an den Erstling „KOTI“ an, den die Musikpresse begeistert feierte. Einige Stimmen:
„ein äußerst intensives Hörerlebnis“ (Der „Neckarbote“)
„Melodiös, mit einigen harmonischen Überraschungen. Insgesamt sehr reif für eine noch so junge Band (...) Der Gesang verleiht der Musik eine magische Atmosphäre (Hans Invernizzi in „Jazzflits“
„wunderschön komponiert und eingespielt“ (Owen Davies auf DPRP.net)

Kirsi Harju (tr & voc & mbira)
tba (p)
Jonathan Nagel (b)
Yoad Korach (d) 

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Philleicht Jazz !? präsentiert KAMA Kollektiv 27.11.2021


Trompete/Gesang Etuk Ubong
Drummer - Njoku Chinonso Nonny
Bassist - Oguntade Oluwatobi Jeremiah
Keyboardist - Osuntayo Israel Olatunji
Percussion - Richie Sweet
Rhythm Guitarist - Bolutife
Dancer + Backing vocal - Gbadamosi Mojisola Justina
Trumpeter - Paul Henry
Tenor Saxophonist - Bolutife Samuel Oyebadejo
Baritone Saxophonist - Oroyemi Michael Oluwapelumi


Der nigerianische Trompeter, Komponist und Bandleader Etuk Ubong, der von keinem Geringeren als Seun Kuti als "eines der besten Dinge, die aus Lagos kommen" bezeichnet wurde, hat einen eigenen Stil entwickelt, den er "Earth Music" nennt.

Das Ergebnis ist eine einzigartige Kombination aus Afrobeat, Highlife und Jazz, aber auch dem rituellen Trommeln der Ekombi. Das Ergebnis ist eindringlich und hoch energetisch, aber dennoch spirituell; seine Kompositionen spiegeln sein Erbe und seine Lebensphilosophie des guten Willens, des Friedens und der Liebe zur Menschheit wider. Ubongs Musik ist so lebendig und treibend, dass man leicht Vergleiche mit führenden Köpfen der britischen Szene wie den von Shabaka Hutchings geleiteten Sons of Kemet ziehen kann, aber gleichzeitig ist sie eindeutig nigerianisch.

Ubong wurde von Night Dreamer eingeladen, im Artone Studio in Haarlem aufzunehmen, das eine beneidenswerte Sammlung von Vintage-Mastering- und Aufnahmegeräten beherbergt und direkt über einem Presswerk liegt. Er stellte ein internationales Ensemble von höchstem Niveau zusammen, um seine Kompositionen direkt auf Platte aufzunehmen, um die Interferenzen zu vermeiden, die durch weit verbreitete Aufnahmetechniken entstehen, und um seine rätselhafte Live-Performance in ihrer natürlichsten und explosivsten Form einzufangen. Zu Ubong gesellt sich ein weiterer Musiker aus Lagos, Michael Awosogo, ebenfalls an der Trompete, und eine handverlesene Gruppe von Musikern aus Großbritannien und den Niederlanden, die schließlich nach einer improvisierten Show am Vorabend das gesamte Album in nur einer Sitzung am letzten Tag der fünftägigen Session aufnahmen.

Ein Großteil der Musik ist unglaublich schnell und politisch aufgeladen, vor allem bei Titeln wie "African Struggle" und "Mass Corruption", bei denen Ubong sowohl Trompete als auch Leadgesang spielt und eine fünfköpfige Bläsersektion über der perkussionslastigen Rhythmusgruppe und den gefühlvollen Tasten des Jack Stephenson-Oliver vom Vels Trio anführt. Etuk nutzt die Musik, um nicht nur Ungerechtigkeit, sondern auch Menschlichkeit und Spiritualität zu thematisieren. Besonders "Spiritual Change", ein tiefgründiger Song, auf dem Etuk darüber reflektiert, dass Afrikaner sich erst innerlich verändern müssen, bevor sie die Probleme um sich herum angehen können, sticht aus dem Rest des Albums hervor.

Geboren im Akwa Ibom State im Süden Nigerias, aber aufgewachsen in Lagos, begann Ubong im Alter von 14 Jahren mit der Trompete und hat nie zurückgeblickt. Er studierte am Peter King College of Music, an der Muson School of Music und an der Universität von Kapstadt. Im Alter von nur 16 Jahren wurde er in die Band des kürzlich verstorbenen Highlife-Musikers Victor Olaiya berufen, durch dessen Reihen auch ein junger Fela Kuti und Tony Allen gingen, bevor sie den Afrobeat erfanden. Dies führte dazu, dass er sich der Reggae-Sensation Buchi anschloss und mit ihr auf Tournee ging, bevor er mit Femi Kutis Positive Force auftrat, häufig im New Afrika Shrine in Ikeja auftrat und Termine mit dem visionären südafrikanischen Pianisten und Komponisten Nduduzo Makhathini hatte, der kürzlich bei Blue Note Records unter Vertrag genommen wurde.

Zu Hause in Lagos und in ganz Nigeria und Afrika bereits sehr gefragt, hat er sein eigenes Lokal "The Truth" eröffnet, das produktivste in der nigerianischen Hauptstadt seit Fela Kutis Shrine, in dem er selbst an drei Abenden pro Woche auftritt. Gleichzeitig ist Etuks Fangemeinde in London und Großbritannien nach zahlreichen Auftritten explodiert, darunter eine faszinierende und viel diskutierte Session mit dem renommierten Londoner Künstlerkollektiv, der Event- und Musik-Community Steam Down, Residencies bei Jazz re:freshed und der Royal Festival Hall sowie ein stürmisches Set bei der Eröffnungsausgabe von Gilles Petersons We Out Here Festival. Ubongs Verbindung zur britischen Szene, insbesondere zu Steam Down und Musikern wie Theon Cross von Sons of Kemet, macht auf spannende Parallelen aufmerksam. Die Intensität, die politische Kante, das Überschreiten von Grenzen und das Streben nach Spiritualität.


Philleicht Jazz?! präsentiert Etuk Ubong 12.12.2021



Das AVA Trio wurde 2015 in Groningen (Niederlande) gegründet und besteht aus Giuseppe Doronzo aus Italien (Baritonsaxophon und ethnische Blasinstrumente), Esat Ekincioglu aus der Türkei (Kontrabass) und Pino Basile aus Italien (Rahmentrommeln und Cupaphon).
Doronzo, Ekincioglu und Basile sind gelehrte und virtuose Führer, die durch die reiche und vielfältige klangliche Umgebung des Mittelmeers navigieren. Ihre Reiseziele bedürfen keiner Rechtfertigung; ihre Musik ist zeitlos.
Das erfolgreiche Debüt von AVA Trio Music from an Imaginary Land im Jahr 2017 hat die Band auf die Liste der "besten Debütalben" des National Public Radio (NPR), All About Jazz und El Intruso International Jazz Critic Pool gesetzt. Die Band tourte ausgiebig durch Europa und China; sie nahm am Doek Festival Amsterdam, der ZomerJazzFietsTour, dem Barletta Jazz Festival, dem inJazz Showcase, dem OCT-Loft Shenzhen Jazz Festival, dem XiHu Blooms Music Festival, dem Shanghai World Music Festival und dem Sorrento Jazz Festival teil, um nur einige zu nennen.
Mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "Digging the Sand" am 29. November setzt die Gruppe ihre Bemühungen fort, die Phantasie zu beflügeln und die klischeehaften und eingefahrenen Wege zu vermeiden.
"an extraordinary experience for even the most demanding jazz or progressive lover...the listener is hit with hope." his VOICE Magazine (CZ)
"Like the Mediterranean region itself, “Digging the Sand” is an array of ethnic sounds, full of dichotomies; melancholy and intensity, exotic yet grounded in fundamentals of Western and non-Western music. It is immersed in dreams, mystery, and melancholy but with moments of intensity that suggest whirling dervishes." All About Jazz 4/5* -(Karl Ackerman)
"Die drei Musiker sprechen viele Aspekte der Weltmusik mit ihrer Platte an: Individualismus im Sound, fein herausgearbeitete Polyrhythmik und ein spielfreudiges Ensemble...Es sind alle Zutaten für eine gut produzierte Scheibe enthalten." Concerto Magazin, AT
"The flowing, modally sprung and atmospherically rich Digging The Sand can only enhance the reputations of three improvisers of refreshingly literate cross-genre experience" Jazz Journal, UK 4/5*
“Between dream and melancholy, mystery and light, with varying intensity, the members of the trio install an eminently personal aesthetic... All of finesse and melodic idea, this album awakens the senses and is a real listening pleasure.” Culturejazz.fr
"Digging The Sand explores a variety of moods, features close interplay between the three players, and is both subtle and colorful. The accessible yet explorative music is well worth hearing several times." Scott Yanow, USA
“The fact that AVA Trio is a phenomenon in ethno-jazz, in my opinion, is undeniable.” Jazzquad, Belarus
"...world jazz genre and ancient folk, giving it a slightly avant-garde sense... incantatory Eastern spells throughout, brought by ritualistic rhythms and the intervallic exoticism of specific scales" Jazztrail, USA
Mediterranean folklore from occident to orient combined with free jazz: the second album of AVA Trio sounds like Morphine (band) are replaying "Sketches of Spain" in Anatolia. And Grooving at it!" KrautNick Magazin


Philleicht Jazz?! präsentiert AVA Trio 24.02.2022


Philleicht Jazz?! präsentiert Bänz Öster  03.04.2022

                                       and the rainmakers


Eine Hochspannungsleitung zwischen Nord und Süd

Dass man auf der Basis einer eingängigen Melodie besonders gut ins Jazz-Nirwana vorstossen kann, hat John Coltrane mit seinen magischen Metamorphosen des Musical-Songs «My Favorite Things» auf besonders eindrückliche Weise bewiesen (Coltrane nahm das Stück erstmals 1960 auf und behielt es danach fast bis zu seinem Tod sieben Jahre später in seinem Repertoire).
Die schweizerisch-südafrikanischen Rainmakers um den international renommierten Bassisten Bänz Oester treten auf ihrer zweiten Live-Aufnahme – das Debütalbum entstand 2012 bei der Feuertaufe im Jazzclub Bird’s Eye in Basel – in die Fussstapfen Coltranes: Wie sie mit dem legendären Jacques-Brel-Chanson «Amsterdam» und dem helvetischen Dauerbrenner-Hit «Dr Schacher Seppli» anstellen, ist absolut atemberaubend. Die fünf restlichen Nummern sind nur unwesentlich weniger spektakulär. Die Rainmakers sind also unzweifelhaft eine typische Live-Band. Und darum ist es nur logisch, dass sie sich nicht in ein Studio eingesperrt haben, um ihre zweite CD aufzunehmen: Ein Löwe in freier Wildbahn wirkt ja auch viel majestätischer als im Zoo.
Der fulminanten Band gelingt quasi die Quadratur des Kreises, nämlich die Symbiose von ekstatischer Ernsthaftigkeit und Feelgood-Fröhlichkeit. Kein Wunder, dass das Publikum in Willisau aus dem Häuschen geriet und mit Jubel reagierte (auch von der Kritik gab es Lobeshymnen à discrétion). Dass dieses denkwürdige Konzert nun unter dem Titel «Ukuzinikela» auf Tonträger vorliegt, ist also ein veritabler Glücksfall. Der Name des nostalgischen Schlagerstücks, mit dem das Konzert ausklingt, darf als eine Art Versprechen verstanden werden: «Nach em Räge schint Sunne» (Nach dem Regen scheint die Sonne). Oder anders gesagt: Diese Regenmacher zaubern die Sonne in unser Herz und in unsere Seele – dass sie dabei auf kopflastige Konzepte verzichten, ist Ehrensache.
Willisau ist gemäss Keith Jarrett «einer der besten Plätze für Musik auf der ganzen Welt». In Willisau traten nicht nur unzählige afro-amerikanische Jazzkoryphäen auf, sondern auch so gut wie alle legendären Persönlichkeiten des südafrikanischen Jazz, unter ihnen Abdullah Ibrahim, Dudu Pukwana, Johnny Dyani, Louis Moholo, Makaya Nthsoko und Chris McGregor. Früher flüchteten die meisten südafrikanischen Musiker vor der Apartheid ins Exil. Die neue Generation hat dagegen ihren Lebensmittelpunkt zumeist in ihrer angestammten Heimat, pflegt aber einen regen Austausch mit diversen Jazzszenen, die weiter nördlich angesiedelt sind.
Die Rainmakers sind ein Paradebeispiel für diesen fruchtbaren Austausch zwischen Nord und Süd: Der Bandleader Bänz Oester und Ganesh Geymeier (Tenorsax) kommen aus der Schweiz, der Pianist Afrika Mkhize und der Schlagzeuger Ayanda Sikade zählen zu den neuen Überfliegern aus Südafrika. Zu viert bilden sie eine verschworene Einheit, die sich durch nichts und niemanden auseinanderdividieren lässt. Mit anderen Worten: Wir haben es mit einer Formation zu tun, in der die individuelle Klasse aller Beteiligten nicht in egozentrischer Manier zur Schau gestellt wird, sondern in kollektive Energie umgewandelt wird.
Oester, der eine langjährige Faszination für die überaus reiche Musikkultur Afrikas hegt, sagt es so: «Ich will auf Augenhöhe mit den anderen Musikern kommunizieren. Dafür ist eine gewisse Haltung nötig, die kein Hierarchiedenken verträgt. Mir geht es darum, Grenzen zu sprengen. Ich schreibe niemandem etwas vor – die Musik wird gemeinsam entwickelt.» Und zwar entlang einer Hochspannungsleitung zwischen Nord und Süd.

Das Quartett „Bänz Oester & The Rainmakers“, bestehend aus

Javier Vercher, Tenorsaxophon
Afrika Mkhize, Piano
Ayanda Sikade, Schlagzeug
Bänz Oester, Bass